Heute war Markttag. Vormittags haben wir uns auf dem Flohmarkt und danach auf dem Gemüsemarkt herumgetrieben. Auf dem Gemüsemarkt waren wir auch wieder innerhalb kürzester Zeit Mittelpunkt des Geschehens. Sören spielte Duduk. Neugierige Blicke, lachende Gesichter und leuchtende Augen. Sören und Peter wurden dann in ein Hinterstübchen entführt wo es wiedereinmal leckeren Cognac und Schinken gab. Gegen Abend haben wir dann noch das Gernozid Denkmal besucht um die Stadt in der Abendstimmung zu drehen. Es war ein ruhiger, geplanter aber auch wieder ein sehr unvorhersehbarer Tag. So tickt hier die Uhr und das ist gut so.
Tag 3 ::: Bitter Apricot ::: Dokumentarfilm
Wir waren heute wieder bei Dschiwan Gasparjan. Sören konnte die ganze Nacht nicht schlafen weil er den Gedanken nicht loswerden konnte, dass der Meister seine Instrumente ohne ihn stimmen würde. Kaum waren wir angekommen saßen Sören und Dschiwan zusammen und probierten verschiedene Munstücke für Sörens Duduk aus. Dschiwan plauderte aus dem Nähkästchen und Sören konnte sein Glück kaum fassen. Für ihn war es ein Moment den er sein Leben lang wohl nicht vergessen wird. Danach sind wir gemeinsam mit Dschiwan und seinem Enkel, wir in unsrem 30 Jahren alten Mercedes Bus – sie in ihrem nagelneuen Mercedes 500 SL, zu Dschiwans neuem Ferienhaus über den Dächern von Yerewan gefahren. Dieses Haus ist exklusiv, das kann man wohl so sagen. Springbrunnen, Pool, Sauna usw. Trotzdem ist dieser Mann sowas von bodenständig – sehr beeindruckend. Wir glauben alle das das Eis nun endgültig gebrochen ist – YES!
Im Anschluss hat uns unser treuer Fahrer Saschik zu sich nach Hause eingeladen. Kontrastprogramm pur. Sehr einfache Verhältnisse aber eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit die dieses Land zu einem ganz besonderen macht. Sören spielt für die Kinder Mundharmonika, Duduk und Maulstrommel. Eva und Mareike bekommen von Saschiks Frau handgemachte Ketten geschenkt. Peter wirft Kinder in die Luft. Es war wieder ein besonderer Tag mit vielen Eindrücken und Überraschungen. Einen würdigen Abschluss fand der Tag mit einem Essen beim Georgier. Lecker! Danke! Tschüß!


Tag 2 ::: Bitter Apricot ::: Dokumentarfilm
Heute war der Tag an dem uns Meister Dschiwan Gasparjan empfangen hat. Mitten im Zentrum von Yerewan sitzt ein alter Mann auf seiner grünen Hollywoodschaukel und begrüßt uns mit skeptischem Blick. Nach einer halben Stunde gegenseitigen Beschnupperns ist er dann aufgetaut und hat uns mit seinen wachen Augen und seinem spitzbübischen Lächeln Rede und Antwort gestanden. Er findet das Projekt gut, lädt uns in sein Haus ein, zeigt uns seine 100 Duduks in einem Schuhkarton und stößt mit einem 50 Jahre alten Congnac gemeinsam mit uns an. Sören spielte Duduk und zeigte Dschiwans Enkel wie man richtig Mundharmonika spielt während sich der alte Mann köstlich amüsiert.
Tag 1 ::: Bitter Apricot ::: Dokumentarfilm
Gemüse, Käse, Brot, Obst, Wein und natürlich Schnaps! Heute haben wir armenische Gastfreundschaft kennenlernen dürfen. Wir sind sehr dankbar für diesen Tag und diesen warmen und herzlichen Empfang. Wie alles an diesem Tag war es purer Zufall. Unser Protagonist Djiwan fühlte sich nicht gut und so sind wir mit unserem Fahrer Saschik Richtung Süd-Westen mit Blick auf den Berg Ararat aufgebrochen. In einer Kapelle außerhalb von Yerewan haben wir eine armenische Hochzeit erlebt. Anschließend besuchten wir Edschmiatsin, den wichtigsten Sitz der armenisch-apostolischen Kirche, an dem das armenische Kirchenoberhaupt residiert. Danach führte uns unsere Reise in das 4 Ländereck zwischen Türkei, Asarbaidschan, Iran und Armenien. Saschik, der in den folgenden Tagen mit seinem blauen Mercedes Bus an unserer Seite sein wird, manövrierte uns vorbei an sowjetischen Panzerstellungen, freilaufenden Kühen und Schlaglöchern zu seinen Verwandten. Nach einem festlichen Mahl mit selbstgeranntem 54%igem Schnaps holte Sören seine Duduk heraus und machte unsere armenischen Gastgeber und uns sprachlos und glücklich. Für uns alle war es ein sehr besonderer Abend und irgendwann sehen wir uns mit Sicherheit wieder. Rouzanna – vielen Dank, dass du uns alle zusammen gebracht hast. Du bist die verbindende Kraft und Seele unserer Reise!
Yerewan
Wir sind gestern Abend erfolgreich in Yerewan gelandet. Ein schrottiger Mercedes Kleinbus, so wie es sein muss, hat uns in die doch sehr moderne Innenstadt gebracht wo unsere Wohnung ist. Richtig angekommen sind wir dann bei Lawasch, gegrilltem Lamm, Tabouleh, Bier, Wein und Cognac. Heute werden wir Djiwan treffen und die Pläne für die nächsten Tage besprechen.




